Volatilität der Stahlpreise
Die Preisentwicklung war 2010, nach einem leichten Anstieg bis Mitte Jahr, grundsätzlich moderat. Ab November zeichnete sich jedoch wieder ein erster spürbarer Anstieg der Stahlpreise ab. Die Flutkatastrophe in Australien, einer der weltweit grössten Kohlelieferanten, gab zusätzlich Anlass über eine mögliche Verknappung auf der Rohstoffseite nachzudenken.
Massgebend für die internationalen Stahlpreise sind die volatilen Rohstoffpreise für Eisenerz und Schrott, die wegen ihren kurzfristigen Schwankungen zunehmend zur grossen Herausforderung für Produzent, Handel und Verbraucher werden.
Die Versorgung mit Rohstoffen sichert man heute nicht mehr mit längerfristigen Lieferkontrakten ab. Im Gegenteil, Liefervereinbarungen werden vielmehr auf einem kürzeren Zeithorizont ausgehandelt. Finanzkrisen, regionale Unruhen und Katastrophen mit unverhältnismässigen Auswirkungen beeinflussen dabei den schon kurzlebigen Preistrend und beeinträchtigen gelegentlich die kontinuierliche Versorgung mit Rohstoffen.
Konsequenzen der Volatilität sind ständige Preisänderungen, Angebote nur mit Vorbehalt und kurzer Gültigkeit sowie längere Lieferzeiten bei den Stahlwerken. Längerfristige Preisvereinbarungen sind so fast nicht mehr möglich oder beinhalten, zumindest für den einen oder anderen Geschäftspartner, ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
Volatile Stahlpreise führen unter solchen Umständen zu einer vorsichtigen und womöglich suboptimalen Einkaufsdisposition und hemmen gelegentlich eine konstante und hinreichende Versorgung mit Stahlprodukten auf der gesamten Lieferkette.
